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Das ABC-Musiksystem
unter besonderer Berücksichtigung der vom Spiel "Der Herr der Ringe Online" unterstützten Möglichkeiten

Die Werkzeuge
Im Folgenden sollen dem musikalisch Normal(un)begabten Mittel und Wege an die Hand gegeben werden, um selbst Musikdateien für das Spiel "Der Herr der Ringe Online" erstellen zu können. Auch wenn es möglich ist ABC-Dateien komplett von Hand zu erstellen - da es sich dabei um reine Textdateien handelt - so ist es für die zuvor benannte Zielgruppe, zu der ich mich im Übrigen selbst zähle, doch wesentlich einfacher, diese Dateien unter Zuhilfenahme von MIDI-Dateien zu erstellen.
Beide Wege haben selbstverständlich Vor- und Nachteile. Eine händisch erstellte ABC-Datei ist für gewöhnlich wesentlich besser lesbar und somit auch im Nachhinein besser zu editieren als eine mit einem Konverter automatisch erstellte. Mir fällt es allerdings wesentlich leichter, die Musik in einem MIDI-Editor zu bearbeiten, wo ich die Noten wie auf einem Notenblatt angezeigt bekomme und mich nicht mit Buchstaben/Zahlen-Kombinationen auseinandersetzen muß.
Um auf die von mir bevorzugte Art ABC-Dateien zu erstellen braucht es ein paar Werkzeuge, als da wären:
- ein MIDI-Editor
- ein Konverter, der MIDI-Dateien in ABC-Dateien umwandelt
- ein Texteditor
- ein MIDI-Spieler (optional)
- ein ABC-Spieler (optional)
Ich will nicht behaupten, daß die von mir benutzten Programme der Weisheit letzter Schluß wären, aber allen ist gemein, daß sie kostenlos sind und sich für mich bewährt haben bzw. ich mit ihren Macken zurechtkomme.
Der MIDI-Editor
Anvil Studio hat so seine Eigenheiten, insb. wenn es darum geht einzelne Noten zu ändern. Die Anzeige der Noten kann recht wechselhaft sein, besonders in Kombination mit Bindebögen. Auch scheint es mir, daß man mit diesem Programm nicht wirklich an alle Inhalte einer MIDI-Datei herankommt, vielleicht habe ich aber auch einfach noch nicht herausgefunden wie. Ein Probehören nach Änderungen ist Pflicht, denn manchmal entstehen beim Kopieren oder Herauslöschen von Passagen Dauertöne oder andere Ungereimtheiten, die im Notenbild nicht ersichtlich sind. Um sicher zu gehen, sollte man die MIDI-Datei zusätzlich mit einem alternativen Abspielprogramm abhören, denn manche Klangartefakte erzeugt Anvil Studio offenbar nach Lust und Laune. Nicht alle diese Kapriolen müssen tatsächlich in der MIDI-Datei enthalten sein. Sollte sich jetzt jemand fragen, warum ich dieses Programm überhaupt benutze, dann sei dazu gesagt, daß diese Probleme doch relativ selten auftreten und wenn sie es tun, man in einem zweiten Anlauf meist zum gewünschten Ergebnis kommt. Außerdem kommt neben den beiden Fehlerquellen Programm und Bediener auch noch die MIDI-Datei selbst als mögliche Ursache hinzu, denn mitnichten sind alle MIDI-Dateien einwandfrei.
Der Konverter
Der LotRO MIDI Player ist das einzig mir bekannte Programm, das in der Lage ist, mehrere Spuren einer MIDI-Datei zu einer ABC-Spur zusammenzufügen. Das und die Berücksichtigung des in Der Herr der Ringe Online zur Verfügung stehenden eingeschränkten Tonumfangs von lediglich 3 Oktaven machen ihn zu einem nahezu unentbehrlichen Werkzeug. Dabei berücksichtigt das Programm sogar das Instrument, mit dem die Musik im Spiel wiedergegeben werden soll. Horn und Klarinette haben gegenüber den anderen im Spiel verfügbaren Instrumenten einen um 1 (Horn) bzw. 2 (Klarinette) Halbtöne verringerten Tonumfang, weil die tiefste bzw. die beiden tiefsten Noten bei diesen Instrumenten keinen vernünftigen Ton hervorbringen. Auch wenn alle Töne im vom Spiel unterstützten Bereich liegen (ABC-Notation C, bis c´) moniert das Programm das tiefste c (C,) als außerhalb des unterstützten Bereichs liegend. Diese Note wird allerdings im Gegensatz zu allen tatsächlich außerhalb des unterstützten Bereichs liegenden Noten nicht transponiert. Alle nicht vom Spiel unterstützten Noten werden vom Programm solange um eine ganze Oktave nach oben bzw. unten transponiert, bis sie im zulässigen Bereich liegen: aus C,, wird C, aus A,,, wird A, und aus d´ wird d. Bei Auswahl des Horns als Zielinstrument wird zusätzlich C, zu C und bei der Klarinette auch noch ^C, zu ^C. So erhält man selbst aus unbearbeiteten MIDI-Dateien im Spiel verwendbare ABC-Dateien - ob sie aber auch gut klingen, das hängt vom jeweiligen Stück ab bzw. vom Aufwand, den man in die Anpassung des selben gesteckt hat.
Der Texteditor
Davon gibt es nun wirklich mehr als genug, und die Wahl sei jedem selbst überlassen. Es genügt in der Tat selbst der einfache in Windows enthaltene Editor.
Der MIDI-Spieler
Der vanBasco Karaoke Player bietet ein paar nette Funktionen, die ihn für das hier beschriebene Vorgehen ideal machen. Im "Outputfenster" werden die 16 Kanäle der MIDI-Datei mit Angabe des Instruments angezeigt. Jeder einzelne davon läßt sich auf Knopfdruck stummschalten oder hervorheben (die restlichen Kanäle werden in der Lautstärke abgesenkt) und selbstverständlich lassen sich auch mehrere Kanäle gleichzeitig hervorheben. Diese Funktion gibt es in ähnlicher Form zwar auch in Anvil Studio, allerdings steht dort nur 1 Schaltfläche pro Spur zur Verfügung, mit der man zwischen den Zuständen "ein", "stumm" und "solo" wechselt. Die Einstellung "solo" bewirkt, daß alle anderen Spuren stummgeschaltet werden, es sei denn sie sind ebenfalls auf "solo" eingestellt. Ein leiseres Mithören der restlichen Spuren ist in Anvil Studio nicht möglich. Auch das Bewegen in der MIDI-Datei geht mit dem vanBasco Karaoke Player wesentlich einfacher von der Hand insb. da man dazu den Abspielvorgang nicht unterbrechen muß. Das Wichtigste ist allerdings, daß im "Outputfenster" neben jedem Kanal eine Klaviatur vorhanden ist, auf der die gerade gespielten Noten angezeigt werden. So kann man ganz einfach erkennen, ob die Noten im zulässigen Bereich liegen und wie die Lage der verschiedenen Kanäle zueinander ist. Dazu kommt dann noch, daß der vanBasco Karaoke Player im Gegensatz zu den anderen Programmen keine Eigenheiten mitbringt - er tut das, was er soll, und das sehr zuverlässig.
Der ABC-Spieler
Der ABCexplorer besitzt ein paar nette Spielereien wie z.B. einen Bordungenerator für Dudelsackstücke. Er ist selbstverständlich dafür geeignet und auch gedacht, ABC-Dateien auf direktem Wege zu erstellen. Ich setze ihn allerdings in erster Linie ein, um die erstellten ABC-Dateien auf die Schnelle probehören zu können. Ein finales Probehören im Spiel kann auch dieses Programm nicht ersetzen, aber die Wiedergabe ist doch wesentlich näher an der Realität als die des ABC-Navigators.
Die bessere Alternative für den konkreten Zweck ist der ABC Player. Dieses Programm stammt vom Programmierer des LotRO MIDI Players und versucht die Wiedergabe im Spiel möglichst exakt zu kopieren, was auch sehr gut gelingt. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit mehrere Spuren in einer Datei gleichzeitig abzuspielen.

Komprimierung auf 3 Oktaven
Die größte Einschränkung, mit der man im Spiel bzgl. des Musiksystems leben muß, ist die Unterstützung von lediglich 3 Oktaven von C2 bis C5. Allerdings ist das schon wesentlich mehr, als bei Veröffentlichung des Spiels zur Verfügung stand.


C, ^C, D, ^D, E, F, ^F, G, ^G, A, ^A, B, C ^C D ^D E F ^F G ^G A ^A B c ^c d ^d e f ^f g ^g a ^a b c´
Der vom Spiel unterstützte Tonumfang dargestellt in Anvil Studio, in vanBasco´s Karaoke Player und in ABC-Notation
(Anmerkung: das hohe c wird mit einem Apostroph gekennzeichnet, nicht wie hier zu sehen mit einem Akut. Die Verwendung des Akuts erfolgt nur aufgrund der Unfähigkeit des Internet Explorers ' korrekt darzustellen.)
Auch hier gibt es wieder Besonderheiten bei den Instrumenten zu berücksichtigen. Wie weiter oben bereits erwähnt, besitzen Horn und Klarinette einen etwas eingeschränkten Tonumfang. Bei Flöte und Theorbe verhält es sich etwas anders: die Flöte spielt stets 1 Oktave höher und die Theorbe (Bass) stets 1 Oktave tiefer als es die Noten vorgeben. Setzt man diese beiden Instrumente gemeinsam ein, erhält man also einen Tonumfang von 5 Oktaven, wobei die Beschräkung auf 3 Oktaven pro Instrument selbstverständlich bestehen bleibt.
Vorweg: Finger weg von den Schlagzeugspuren, dazu folgt nachher noch ein eigener Abschnitt.
Bevor man sich aber Gedanken darüber macht, wie viele Oktaven man wie am besten nutzen kann, sollte man zuerst einmal hingehen und die MIDI-Datei von überflüssigem Ballast befreien. Es versteht sich von selbst, daß man stets nur mit einer Kopie der originalen Datei arbeitet, damit man immer die Möglichkeit hat von vorne anzufangen, wenn mal alles schief gegangen ist.
Um den "überflüssigen Ballast" zu erkennen, ist der vanBasco Karaoke Player bestens geeignet. Durch mehrmaliges Anhören und Ausblenden einzelner Spuren während der Wiedergabe, kann man die relevanten Spuren der Datei recht schnell ermitteln. Alles, was später nicht in Anvil Studio bearbeitet werden muß, spart Zeit. Der erste Arbeitsschritt in Anvil Studio besteht dann auch darin, alle als überflüssig erkannten Spuren aus der Datei zu entfernen. Während des mehrmaligen Anhörens hat man sich für gewöhnlich auch schon überlegt, welche Spur später mit welchem Instrument im Spiel wiedergegeben werden soll. Sind Theorbe oder Flöte darunter, steht als nächstes die Transposition um 1 Oktave nach oben bzw. unten der entsprechenden Spur(en) an, um den oben beschriebenen Effekt zu kompensieren. Anschließend sollte man das Ergebnis gleich einmal probehören, wozu ich stets den vanBasco Karaoke Player verwende.
Nun gilt das Augenmerk dem vorhandenen Tonumfang, dieser muß auf 3 Oktaven reduziert werden. Dabei ist es völlig egal, ob alle Noten im Bereich C2 bis C5 liegen, wichtig ist nur, daß die tiefste und die höchste Note nicht mehr als 3 Oktaven auseinander liegen. Die Noten dürfen also genauso gut im Bereich C3 bis C6 liegen. Die schlußendliche Transposition in den zulässigen Notenbereich kann mit dem LotRO MIDI Player beim Konvertieren erfolgen. Ich habe es mir allerdings angewöhnt, die Spuren mit dem Anvil Studio selbst in den Zielbereich zu transponieren. Überhaupt kann man die ganze Aktion der Kompression dem LotRO MIDI Player überlassen, wenn man möchte. Dabei büßt man allerdings die Kontrolle über die Lage der einzelnen Spuren zueinander ein.
Das Komprimieren auf 3 Oktaven erreicht man, indem man jede einzelne Spur solange um je 1 Oktave nach oben bzw. unten transponiert, bis der Tonumfang auf 3 Oktaven reduziert ist. Dabei sollte man natürlich darauf achten, daß die Lage der Spuren zueinander so weit wie möglich erhalten bleibt. Es ist außerdem wichtig, stets nur um ganze Oktaven zu transponieren, andernfalls wird das Ergebnis entsprechend "schräg" klingen. Zum Schluß erfolgt noch das gemeinsame Verschieben um die entsprechende Anzahl von Halbtonschritten in den zulässigen, vom Spiel unterstützten Bereich. Diesen letzten Schritt kann man auch beim Konvertieren mit dem LotRO MIDI Player durchführen. Macht man ihn manuell in Anvil Studio, muß er in gleicher Weise für alle Spuren durchgeführt werden.
Was hier in recht wenigen Worten beschrieben steht, ist natürlich die eigentliche Arbeit beim Konvertieren einer MIDI-Datei, und die nötigen Schritte sind nicht nur von Lied zu Lied unterschiedlich, sondern auch abhängig von der Qualität der jeweiligen MIDI-Datei und genauso von den eigenen Ansprüchen an das Ergebnis. Ein paar weiterführende Tips sollen aber an dieser Stelle nicht fehlen:
- Je komplexer und detailreicher eine MIDI-Datei ist, desto schwieriger und umfangreicher ist für gewöhnlich das Auswählen und Bearbeiten der passenden Spuren - umso besser wird aber auch sicher das Ergebnis. Darum nicht gleich mit der erstbesten Variante zufrieden geben, die man im Netz aufgespürt hat. Eine intensivere Suche mag sich durchaus als lohnend erweisen.
- Verabschiede Dich von dem Gedanken, daß Du ein Lied in allen Details konvertieren kannst (Ausnahmen bestätigen die Regel).
- Scheue nicht davor zurück eine Spur, deren Noten bereits vollständig im zulässigen Bereich liegen, um eine weitere Oktave zu transponieren, wenn dadurch die Lage zu den anderen Spuren verbessert wird (solange sie dadurch nicht komplett aus diesem Bereich herauswandert). Wer mit Scheuklappen nur auf den zulässigen Bereich schaut, braucht sich die Arbeit mit dem Anvil Studio nicht zu machen. Der LotRO MIDI Player macht genau das.
- Noten innerhalb eines abgeschlossenen Melodieverlaufs zu transponieren ist ungünstig. Einzelne Vorkommen einer sich wiederholenden Melodie im Ganzen zu transponieren kann allerdings helfen das gewünschte Ziel zu erreichen.
- Lege Spuren mit wenig aber relevantem oder wünschenswertem Inhalt geschickt mit anderen zusammen. Eine Konvertierung für mehr als 6 Instrumente hat kaum die Chance im Spiel zu erklingen, es sei denn Du bist Mitglied einer großen Sippe mit vielen Musikbegeisterten.
Alles bis hierhin geschriebene gilt unabhängig davon, für wie viele Instrumente das Lied aufbereitet werden soll. Beim Konvertieren für das Solospiel (Vortrag mit nur 1 Instrument) gilt es noch ein paar Besonderheiten zu beachten:
- die Reduktion der Inhalte spielt hier natürlich eine entscheidende Rolle, insb. da nicht mehr als 6 Noten gleichzeitig erklingen können. Wichtig sind die tragende Melodie (meist Gesangsstimme) und ein wenig rhythmische Begleitung, womit wir gleich zum nächsten Punkt kommen ...
- damit sich die tragende Melodie gut von der Begleitung abhebt, ist es hilfreich diese im oberen Bereich der 3 Oktaven anzusiedeln und die restlichen Spuren entsprechend abzusenken.

Konvertieren und Polieren
Nun schlägt die Stunde des LotRO MIDI Players. Mit diesem Programm wird aus der bearbeiteten MIDI-Datei eine für das Spiel brauchbare ABC-Datei erzeugt. Wie weiter oben bei der Beschreibung der Programme bereits erwähnt, zeichnet sich der LotRO MIDI Player durch die Fähigkeit aus, mehrere Spuren der MIDI-Datei zu einer ABC-Stimme bzw. -Spur zusammenfügen zu können. Nach dem Öffnen der MIDI-Datei zeigt das Programm an, um wie viele Halbtöne die ausgewählten Spuren transponiert werden müssen, damit möglichst wenige Noten außerhalb des zulässigen Bereichs liegen. Wenn man gute Vorarbeit geleistet hat, sollte bei "Transpose" 0 stehen. Was im vorigen Abschnitt bereits zur Transposition gesagt wurde, gilt selbstverständlich auch hier: beim Konvertieren der einzelnen Spuren muß im Feld "Transpose" immer derselbe Wert stehen - Abweichungen um Vielfache von 12 sind aber erlaubt. Es gilt allerdings nach wie vor die eingangs erwähnte Ausnahme: Finger weg von den Schlagzeugspuren.
Die Konvertierung selbst könnte kaum simpler sein: die gewünschten Spuren auswählen, Zielinstrument auswählen (nur relevant für Horn und Klarinette) und unter "File" auf " Export to ABC..." klicken: fertig ist die entsprechende ABC-Datei.
Das Programm erzeugt alle nötigen Kennbuchstaben im Kopfbereich der ABC-Datei, und trägt sich selbst als Bearbeiter (Kennbuchstabe Z:) ein. Einträge, die man ergänzen könnte, wären z.B. C: für den Komponisten und/oder Interpreten des Originals, sowie N: für weitere Kommentare zur Datei.
Die Bedeutung der Kennbuchstaben im Einzelnen:
- X:<Zahl> - Nummer des Stücks innerhalb der Datei
Hier steht immer "1". Fügt man später mehrere Dateien zu einer zusammen, muß jedes Stück eine eindeutige Nummer innerhalb der Datei haben. Dabei müssen die Stücke nicht notwendigerweise fortlaufend nummeriert werden. Die Zahl, die hier steht, muß beim Abspielbefehl angegeben werden, um das entsprechende Stück auszuwählen: /spielen <Datei> <X>
- T:<Text> - Titel des Stücks
Vom Titel werden beim Abspielen die ersten 63 Zeichen im Chatfenster des Spiels angezeigt.
- C:<Text> - Komponist, Interpret, etc.
Der Buchstabe steht für "Composer" also Komponist. Das Feld eignet sich aber ebenso gut, um damit verwandte Informationen unterzubringen, wie z.B. den Interpreten. Dieser Kennbuchstabe ist optional und wird vom Programm nicht erzeugt.
- Z:<Text> - Ersteller der Datei
Hier trägt sich das Programm selbst ein. Dieser Kennbuchstabe ist optional.
- N:<Text> - Notiz, Kommentar
Weitere Kommentare können überall in der Datei auch mit % eingeleitet werden. Dieser Kennbuchstabe ist optional und wird vom Programm nicht erzeugt.
- % <Text> - Kommentar
Im Unterschied zu N: eignet sich das Prozentzeichen, Kommentare überall in der Datei unterzubringen. Das Programm erzeugt im Kopfbereich zwei Einträge mit % und bringt dort Informationen über die erfolgte Transponierung und die verwendete Mididatei unter.
- M:<Zahl/Zahl> - Takt
Dieser Kennbuchstabe ist optional und wird vom Programm nicht erzeugt. Insbesondere wird dieser Eintrag vom Spiel nicht ausgewertet und hat keinen Einfluß auf die Abspielgeschwindigkeit, was in anderen ABC-Programmen anders gehandhabt werden kann.
- L:<Zahl/Zahl> - Notenlänge
Für gewöhnlich 1/4 oder 1/8. Legt in Verbindung mit Q: die Geschwindigkeit fest, mit der das Stück im Spiel wiedergegeben wird.
- Q:<Zahl> - Geschwindigkeit
Bestimmt in Verbindung mit L: wie schnell das Stück im Spiel wiedergegeben wird. Dieser Wert kann meistens nur wenig variiert werden. Das hängt mit der Art und Weise zusammen wie das Programm die Noten erzeugt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
- K:<Schlüssel> - Tonart
Die Ausgabe des Programms ist immer in C-Dur.
- G:<Text> - Gruppe
Hier lassen sich Informationen über das ursprünglich verwendete Instrument unterbringen. Diese Angaben sind hilfreich, wenn Spuren auf mehrere Instrumente aufgeteilt wurden. Dieser Kennbuchstabe ist optional und wird vom Programm nicht erzeugt.
- W:<Text> - Gesangstext/Lyrics
Dieser Kennbuchstabe ist optional und wird vom Programm nicht erzeugt.
Wie bereits erwähnt, bringt die Art und Weise wie das Programm die Noten erzeugt einige Einschränkungen mit sich. Die augenfälligste Besonderheit beim Betrachten der erzeugten ABC-Notation ist wohl die Unleserlichkeit. Taktstriche sucht man hier vergeblich, auch gebundene Noten findet man nicht, eigentlich nichts, was einen an das Notenbild in Anvil Studio erinnert, sobald die Musik auch nur ein klein wenig komplexer ist.
Das Programm arbeitet bei der Konvertierung mit einem festen Zeitraster statt einfach nur die Noten und deren Länge auszulesen, wie es andere Konverter tun. Ein ganz erheblicher Vorteil bei dieser Methode ist, daß Geschwindigkeitsänderungen innerhalb eines Stücks korrekt wiedergegeben werden. Da das Spiel nur 1 Geschwindigkeitsangabe pro Stück zuläßt, müßten andernfalls die Notenlängen händisch angepaßt werden.
Neben einer kürzesten spielbaren Note im Spiel gibt es auch eine längste spielbare Note, es sei denn es werden Noten gebunden. Das ist der Grund, warum der Geschwindigkeitswert meist nur geringfügig nach oben oder unten geändert werden kann. Erhöht man die Geschwindigkeit kann es passieren, daß die kürzesten Noten zu kurz werden, veringert man sie, stößt man meist bei den Pausen an die Obergrenze. Gibt es im Stück sehr lange Noten - das beste Beispiel sind die Borduntöne bei einem Dudelsack - so sind diese in der erzeugten ABC-Datei zerhackt in Noten von maximaler Länge. Das kommt nicht häufig vor, man sollte sich dieser Tatsache nur bewußt sein. Diese zerhackten Noten müssen nachträglich gebunden werden, indem man hinter die zusammengehörigen Teilnoten (mit Ausnahme der letzten, kürzeren) ein Minus schreibt.
im letzten Teil wird es um die Konvertierung von Schlagzeugspuren und Dynamikeffekte gehen
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